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Individuality and Expression: Aesthetics of the New German Dance, 1908 - 1936


Ort: New York, Bern, Berlin, Bruxelles, Frankfurt/M., Oxford, Wien
Verlag: Verlagsgruppe Peter Lang
Jahr: 2001
Autor(en): Dianne S. Howe
Herausgeber: Robert Ginsberg
Autor der Rezension: Uli Wunderlich
ISBN: 0-8204-5596-2
Umfang / Preis: 312 Seiten / EUR 37.80 / SFR 59.00 / USD 39.95




Während über die Maler und Dramatiker des Expressionismus viel geschrieben wird, sind die Choreographen jener Jahre weit weniger bekannt. Dianne S. Howe beschreibt in ihrem Buch (1996) zunächst die Entwicklung des Ausdruckstanzes und beschränkt sich danach auf neun Künstler: Grete Wiesenthal, Niddy Impekoven, Mary Wigman, Gret Palucca, Berthe Trümpy, Vera Skoronel, Yvonne Georgi, Harald Kreutzberg und last but not least Valeska Gert. Die Auswahl ist durchaus repräsentativ; Freunden des Totentanzes kommt sie jedenfalls sehr entgegen. Selbst Gertrud Leistikow wird erwähnt. Vermisst habe ich allenfalls den Österreicher Andrej Jerschik. Dass Kurt Jooss und sein "Grüner Tisch" von 1932 fehlen, ist die logische Folge der grundlegenden Definition: Ausdruckstanz bedeutet Darstellung allgemeinmenschlicher oder individueller Gefühle; narrative Elemente verbieten sich deshalb von selbst. Ähnlichkeiten in der Choreographie und Zeitgleichheit treten folgerichtig in den Hintergrund. Basierend auf autobiographischen Zeugnissen und Kritiken legt die Autorin überzeugend dar, dass der Begriff der Seele, oft auch "Volksseele" genannt, für die Zeitgenossen im Vordergrund steht. Gemeint ist damit ein vermeintlich zeitloser Urgrund der Gemeinschaft, der sich nicht nur in Märchen und Liedern, sondern auch in Tänzen manifestiert. Im Lauf der Zeit wird diese Vorstellung rassisch-nationalistisch umgedeutet. "Das Totenmal", aufgeführt im Rahmen der Olympischen Spiele 1936, markiert in diesem Sinne einen Höhepunkt. Dem leicht verständlichen Buch sind viele Leser zu wünschen. Ästhetisch sollten sie allerdings nicht zu anspruchsvoll sein, denn die Ausstattung ist armselig. Da es sich hier offensichtlich um eine Neuauflage handelt, hätte der Verlag etwas großzügiger sein dürfen. Befremden wird den Leser, dass die Autorin alle Zitate ins Englische übersetzt hat, was das Nachlesen in den Quellen erschwert, zumal sie häufig Archivalien – etwa Programmzettel und nicht identifizierte Zeitungsausschnitte – verwendet, ohne genauere Angaben zu nennen.





Erstveröffentlichung in Totentanz aktuell N.F. 7 (2005), H. 70, S. 9.

Band 24 der Reihe "New studies in aesthetics"



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Typ: Buch
Land: Deutschland
Sprache: Englisch
Klassifikation: Tanzforschung
Thematischer Schwerpunkt: Choreographie, Ausdruckstanz


Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Jo Jonas.
URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/rezension.php4?ID=36
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