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2. Förderpreis der Gesellschaft für Theatergeschichte vergeben


Art: Preisverleihung
Ort: Berlin
Kontakt:
Stephan Dörschel
1. Schriftführer
c/o Akademie der Künste
Archiv Darstellende Kunst
Postfach 21 02 50
Link: www.theatergeschichte.org/foerderpreis.pdf




Der Vorstand der Gesellschaft für Theatergeschichte freut sich, den Förderpreis der Gesellschaft für das Jahr 2010 an Britta-Marie Schenk, Universität Hamburg, für ihre Magisterarbeit „Das Theater der Zukunft. Die Reformvorstellungen des christlich-nationalen Bühnenvolksbundes in der Weimarer Republik“ zu vergeben. Der Förderpreis ist mit einem Preisgeld von 500.- € dotiert und stellt die Publikation der prämierten Arbeit in einer der Schriftenreihen der Gesellschaft in Aussicht.
Aus dem Votum der Jury: 
„Britta-Marie Schenk beschäftigt sich in ihrer Magisterarbeit mit dem Bühnenvolksbund (BVB), der in den Jahren 1919-1933 bestand und die zweitgrößte Besucherorganisation der Weimarer Republik bildete. Die Autorin wählt damit einen Untersuchungsgegenstand, der bislang kaum von der Forschung beachtet wurde, aber durchaus theatergeschichtlich bedeutsam ist, da der BVB vielen Menschen regelmäßig verbilligten Eintritt ins Theater verschaffte und darüber hinaus durch verschiedene Publikationsorgane theaterpolitisch, kulturkritisch und erzieherisch agieren wollte. Im Vordergrund der Analyse steht die Eigenpublizistik des BVB, die vor dem Hintergrund der Theaterverhältnisse der Weimarer Republik entfaltet wird. Die Reformvorstellungen des BVB zeigen sich in erster Linie als Kritik an den bestehenden Verhältnissen, wobei der Hauptgegner die kommerziell orientierten Privattheater waren. Der BVB wetterte gegen das als unsittlich denunzierte Unterhaltungstheater und die Sensationslust des Publikums, der BVB befürwortete dagegen christliche Autoren sowie die deutschen Klassiker, und aktive, finanzielle Unterstützung erfuhr vor allem die deutsche Laienspielbewegung, durch die die Erziehung des Volkes zu christlich-nationalen Werten erfolgen sollte. – Es handelt sich bei der vorliegenden Arbeit um eine klar strukturierte und in allen Punkten gut nachvollziehbare Analyse. Die Aufarbeitung und beschreibende Darstellung eines – von einer an herausragenden Theatern, Inszenierungen, Künstlern oder Autoren orientierten Theatergeschichtsschreibung – vernachlässigten Themas ist sehr zu loben. Von daher verdient Britta-Marie Schenk für ihre gute und in sich geschlossene Arbeit den Förderpreis der Gesellschaft für Theatergeschichte.“
Die Arbeit wird als Heft 45 der Kleinen Schriften der Gesellschaft für Theatergeschichte veröffentlicht werden. Geplant ist auch, daß die Autorin einen Vortrag zu diesem Thema halten wird. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekanntgegeben werden.
Aus der Auslobung des Förderpreises:
„Die Gesellschaft für Theatergeschichte e.V. sieht als ihre wichtigste Aufgabe die Förderung theatergeschichtlicher Forschung und lobt dazu einen Förderpreis aus, der sich ausdrücklich an die ganz jungen Forscher richtet. Sie sollen in ihrem Forschungsinteresse bestärkt werden.“
Unter http://www.theatergeschichte.org/foerderpreis.pdf ist der Wortlaut der Auslobung des Förderpreises auch im Internet nachzulesen.



Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Jo Jonas.
URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/mitteilung.php4?ID=653
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