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Nachruf auf Schauspieler und Schauspielpädagogen Heinz Hellmich Art: Nachruf Ort: Berlin Datum der Recherche: 08/2009
Nachruf
Heinz Hellmich (1924 - 2009)
"Beschreibe erstmal, was Du gesehen hast und dann schlussfolgere!"
Heinz Hellmich wurde Anfang Juli im Beisein seiner Familie, Freunde und Arbeitskollegen auf dem Berliner St. Nicolai Friedhof beigesetzt.
Der Schauspielpädagoge, Regisseur und Schauspieler wurde 1929 in Weimar geboren und erhielt dort auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges seine Ausbildung in Schauspiel und Regie – zunächst an der Hochschule für Musik, dann am Deutschen Theaterinstitut (DTI) in Weimar-Belvedere unter Leitung von Maxim Vallentin, Ottofritz Gaillard und Otto Lang. Dort arbeitete er auch als Regieassistent und wurde Mitglied des Jungen Ensembles, der Meisterklasse von Maxim Vallentin. In dieser Zeit wirkte er an dem "Ensemble-Buch auf der Grundlage des Stanislawski-Systems" "Vom Stegreif zum Stück" (1949) mit. Nach der Gründung des Maxim Gorki Theaters Berlin 1952, ebenfalls unter der Leitung von Maxim Vallentin, nahm ihn dieser mit. Von 1956 bis 1962 unterrichtete er erstmals im Lehrauftrag an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg. An das Hans Otto Theater Potsdam wechselte er 1958. Vier Jahre später wurde er dann ein enger Mitarbeiter von Rudolf Penka (1923-90) an der Staatlichen Schauspielschule Ost-Berlin (heute: Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch"). Heinz Hellmich blieb dort bis 1989 Lehrkraft, baute die Puppenspielabteilung Ende der 60er Jahre mit auf, wurde ab 1972 Fachgruppen-, später Abteilungs- bzw. Bereichsleiter Schauspiel und ab 1981 Mitglied im künstlerisch-wissenschaftlichen Rat der DDR im Zusammenhang mit der Statusänderung der beruflichen Fachschule in eine Hochschule. Den Ruf zum Professor erhielt er 1983. Von 1976 bis 1979 war er Leiter der Schauspielschule Rostock. Gastdozenturen führten ihn nach Havanna und Neu-Delhi und Anfang der 90er Jahre nach Stuttgart.
Bis zuletzt stand Heinz Hellmich auf der Bühne und vor der Kamera und förderte dabei auch gern den Schauspieler- und Regienachwuchs. Großen Wert legte er auf die schauspielerische Selbsterfahrung und die nie abschließende Entwicklung einer intensiven, kommunizierbaren Reflexion der eigenen Arbeit. In der schauspielpädagogischen 'Fibel' der DDR "Schauspielen. Handbuch der Schauspieler-Ausbildung" (1981) beteiligte er sich mit dem Beitrag "Lebensvorgänge in künstlerischer Ordnung. Ein Szenenstudium aus "Die Holländerbraut". Einen Einblick in seine pädagogische Arbeit vermittelt auch der von ihm noch autorisierte Gesprächsausschnitt in "Heiße West- und kalte Ostschauspieler? Diskurse, Praxen, Geschichte(n) zur Schauspielausbildung in Deutschland nach 1945" (2008).
Bekannt wurde Heinz Hellmich in der DDR nicht nur durch seine Bühnen- und Ausbildungs-, sondern auch durch seine Spielfilmarbeit. So stand er 1959 in „Bevor der Blitz einschlägt“ vor der Kamera. Es folgten u.a. jeweils eine Rolle in "Der geteilte Himmel" (1964) und in "Insel der Schwäne" (1983). Zuletzt war er in der Kriminalkomödie "Das Monstrum" (2001) zu sehen.
Nicht zu vergessen ist seine Herausgeberschaft der Schriften u.a. von Konstantin Stanislawski beim Henschel-Verlag in den 1950er bis Mitte der 1970er Jahre. Dieter Hoffmeier setzte seine Arbeit fort. Eine kleine "Heinz Hellmich Sammlung" existiert am Archiv der Akademie der Künste.
Heinz Hellmich war seit 1950 mit der Pianisten und Professorin Helgamaria Hellmich verheiratet.
(Heide Lazarus)
Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Heide Lazarus. URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/mitteilung.php4?ID=583 Copyright by www.theaterforschung.de
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