|
|
 |
| Institutionen |
MASTER-STUDIENGANG DRAMATURGIE: Ausbildung zur Dramaturgin / zum Dramaturgen für die Bühne (Sprech- und Musiktheater) Rubrik: Ausbildung / Lehre Strasse: Bayr. Theaterakademie, Bürgermeistervilla, Ismaningerstraße 95 PLZ: 81675 Ort: München Land: Deutschland Email: dramaturgie@theaterakademie.de Fax: 089/ 092478-13 Telefon: 089/982478-30 Link: www.prinzregententheater.de/theaterakademie/index.html
Arbeitsgebiete: Schauspiel/ Musiktheater/ Tanz/ Dramaturgie
Dramaturgie zu studieren heißt zuvörderst eine Entscheidung für eine zukünftige Theaterarbeit, die sich aber immer wieder infrage stellt im Bewusstsein, dass das Material, mit dem sie zu tun hat, sich jeglicher Eindeutigkeit widersetzt. Neben den pragmatischen Erfordernissen – die Redaktion und Herausgabe unterschiedlicher Publikationen wie Programmhefte, Monatsjournale, Plakate, Prospekte sowie die Arbeit mit der Öffentlichkeit durch Vorträge, Lesungen, Diskussionen – bestimmt sich dramaturgische Arbeit durch die Lust an der offenen Auseinandersetzung mit Texten oder Partituren und deren vielfältige Darstellungsmöglichkeiten. Sie ist wissenschaftliche Arbeit insoweit, als sie Fragen nach dem Text (oder der Partitur) stellt: In welcher Form ist er überliefert, ist er unverletzt, unverstellt, wie ihn der Autor hinterlassen hat, welche Spuren hat die Aufführungspraxis hinterlassen, welche analytischen Möglichkeiten eröffnen sich hinsichtlich seiner historischen, gesellschaftlichen, psychologischen Bedingungen etc. Dramaturgie ergreift damit die Chance, theoretische, intellektuelle Arbeit in die Praxis des Theaters zu überführen, an deren Beginn die Überprüfung des Standes eigener Forschung zusammen mit dem Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner und dem Dirigenten in einer sich annähernden Zusammenarbeit steht. Im Probenprozess erweitert sich der Diskurs, indem das Schauspiel- bzw. Sänger-Ensemble, Chor und Orchester, die Studienleitung, die Disposition bis hin zur Bühnentechnik einbezogen sind. Eingebunden in den Entstehungsprozess einer Aufführung wird das Außergewöhnliche und Einzigartige dieses Berufes sichtbar. Damit wird aber auch ein Spannungsfeld deutlich, da dramaturgische Arbeit nur vermittelt auf die Praxis, auf die Totale einer Aufführung zielt, die für Regie, Bühnenbild und für die musikalische Leitung von Beginn an der Zusammenarbeit gilt. Dramaturgie wird darüber hinaus mit den unterschiedlichsten Erwartungen, mit konvergierenden Traditionen, Erfahrungen und Interessen der am Arbeitsprozess Beteiligten sensibel umgehen, um sie produktiv in das gemeinsame Projekt einzubeziehen. Dramaturgie kann vom Lektorat über den Spielplan bis hin zur Produktion dem Theater Gestalt geben, indem sie in vielfältigen Diskursen die produktive Lust am gemeinsamen Entdecken des Fremden, des Anderen und Unabgesicherten wach hält. Die Chance des Theaters liegt ja in der Notwendigkeit dieser Arbeit an einer „kollektiven Ästhetik".
Unterricht im Masterstudiengang
Studienaufbau / Module
1. Semester
Pflichtmodul 1: Historische Diskurse des Theaters (15 ECTS)
Forschungsseminar: Themen und Konzepte der Theaterhistoriographie
Projektübung: Erschließung und Präsentation von Quellen zur Theatergeschichte
Pflichtmodul 2: Dramaturgische Praxis I – Textarbeit (9 ECTS)
Seminar: Werkanalyse und –einrichtung Sprech- bzw. Musiktheater
Übung: Konzeptarbeit
Kolloquium: Spielplangestaltung
2. Semester
Pflichtmodul 3: Ästhetik und Konzepte des Gegenwartstheaters (15 ECTS)
Forschungsseminar: Aktuelle Theaterformen
Projektübung: Studien zu Ästhetiken und Strukturen des Gegenwartstheaters
Pflichtmodul 4: Projektentwicklung (6 ECTS)
Kolloquium zur Projektentwicklung und –betreuung
Studiengangsprojekt
Pflichtmodul 5: Exkursionsmodul (6 ECTS)
Exkursion
Kolloquium zur Vor- und Nachbereitung
1. und 2. Semester
Wahlpflichtmodul: Grundlagen der szenischen und musikalischen Praxis (9 ECTS)
Sprecherziehung
Schauspiel
Klavier
Gesang
Italienisch
(insgesamt drei der genannten Bereiche je nach individueller Schwerpunktsetzung)
3. Semester
Pflichtmodul 6: Interdisziplinäre Kunst- und Medienwissenschaft (15 ECTS)
Forschungsseminar: Intermedialität
Projektübung: Medienpraxis und Medienanalyse
Pflichtmodul 7: Dramaturgische Praxis II – Theater als Institution (9 ECTS)
Seminar: Rechts- und Verwaltungsfragen des Theaters
Kolloquium: Praxis kultureller Vermittlung
Übung: Bühnenbild und Bühnentechnik
Pflichtmodul 8: Praktikum am Theater (6 ECTS)
Dramaturgiepraktikum
Kolloquium: Reflexion des Dramaturgiepraktikums
4. Semester
Pflichtmodul 9: Abschlussmodul (30 ECTS)
Masterarbeit
Produktionsdramaturgie
Disputation
Nebenfächer
Beim Masterstudiengang Dramaturgie handelt es sich um einen Monofach-Studiengang bei dem keine Nebenfächer studiert werden.
Öffnungzeiten: Sprechstunden: Di 9-11 Uhr, Mi und Do 10-12 Uhr
Verzeichnisdatum: 05.09.2006
Typ: Ausbildungseinrichtung Land: Deutschland Sprache: Deutsch Klassifikation: Dramaturgie Epochale Zuordnung: 21. Jahrhundert
Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Jo Jonas. URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/institution.php4?ID=644 Copyright by www.theaterforschung.de
|
|