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AG Medialität, Kunst, Performance


Rubrik: Einrichtungen
Land: Deutschland
Email: peter.probst@uni-bayreuth.de
Link: www.uni-bayreuth.de/Afrikanologie/iwalewa/Medialitaet.html
Gegruendet: 1999




Die AG Medialität, Kunst, Performance besteht seit Oktober 1999, ein vom Iwalewa-Haus in Bayreuth gegründeter Zusammenschluss interessierter Ethnologen. Er ist eine eigenständige Arbeitsgruppe innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV). Inhalt und Ziel der AG ist es, die verschiedenen, in den letzten Jahren stark angestiegenen, aber noch immer weitgehend disparaten Forschungsaktivitäten in den Bereichen Kunst, Musik, Tanz, Theater, populäre Kultur u.a.m. in der deutschsprachigen Ethnologie zu bündeln und ihnen ein Forum zu bieten. Die Arbeitsgruppe hat keine regionale Begrenzung. Ihre Mitglieder arbeiten sowohl in Afrika, als auch in Europa, Asien, Australien und Amerika. Das Interesse orientiert sich an ausgesuchten inhaltlich-thematischen Fragen, die in jährlichen Kolloquien diskutiert und erörtert werden.
Die Kolloquien der AG finden in Bayreuth statt. Bisher stattgefunden haben die Kolloquien: Wohin führt das Konzept von Medialität? (2000), Modes of Seeing and the African Videofilm
November (2001) und The Audience of Images: Visual Publics in Africa and Beyond (2002).

Ansatz:
Die Mitglieder verbindet dieser Ansatz: Was wir Wirklichkeit nennen, ist medial vermittelt. Wir erleben und verstehen uns selbst und unsere Umwelt auf der Grundlage von Sinneserfahrungen, die an bestimmte Medien gebunden sind. Die Nutzung der Medien und die Deutung der so geformten und gestalteten Wahrnehmung ist kulturell geprägt. Jede Kultur schränkt die Wahrnehmungsmöglichkeiten des Menschen ein. Sie regelt den Umgang mit ihnen und hierarchisiert ihre Bedeutung. Jede Kultur eröffnet aber auch Freiräume, in denen alternative, jenseits der vertrauten kulturellen Regeln liegende Wahrnehmungen möglich werden.
Versteht man den Begriff der Kunst und des Künstlerischen in dieser Weise – also als eine Möglichkeit der Wahrnehmung, Erfahrung und des Neuschaffens –, so wird nicht nur der Streit um die Reichweite des Begriffes "Kunst" und seines ethnozentrischen, modernen Charakters überflüssig. Er macht auch auf die Nähe zwischen Kunst und Performance aufmerksam, verknüpfen sich doch Form, Wahrnehmung und Handlung in dieser Konzeption miteinander. Erst durch deren Zusammenwirken entsteht Wirklichkeit, kann Vertrautes wiederhergestellt, gewandelt oder Neues erschaffen werden.
So umgreifend die Gestalt eines ästhetischen Verständnisses des ethnologischen Arbeits- und Gegenstandsbereiches auf der Ebene der Theorie, so partiell und fragmentarisch ist bislang unser Wissen über diese Zusammenhänge auf empirischer Ebene. Vor diesem Hintergrund sind die drei im Titel der Arbeitsgruppe aufgeführten Begriffe "Medialität", "Kunst" und "Performance" als Absicht und Agenda zu verstehen. Nachgegangen werden soll den vielfältigen Fragen und Problemen, die sich aus der Wechselbeziehung zwischen den drei begriffen ergeben.


Verzeichnisdatum: 06.12.2004



Land: Deutschland
Thematischer Schwerpunkt: Theaterethnologie


Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Jens Ilg.
URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/institution.php4?ID=207
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