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Figur des Dritten im Lästern und Klatschen – untersucht am Beispiel des Chattens


Rubrik: Projekte: Forschung
Land: Deutschland
Email: annatuschling@gmx.de




Es handelt sich um das Dissertationsprojekt von Dipl.-Psych. Anna Tuschling, betreut von Prof. Dr. Georg Christoph Tholen, Universität Basel (siehe: http://www.mewi.unibas.ch/dissertationen.html) und Prof. Dr. Elfriede Löchel, Universität Bremen. Anna Tuschling ist seit 2003 Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung.

Abstract:
Das Dissertationsprojekt will die beiden nichtliterarischen Narrative Klatsch und Lästerei als Figuren des Dritten untersuchen. Ihre Verfasstheit als Triaden – Zwei sprechen über einen Dritten – rückt damit in den Mittelpunkt der Betrachtung. Die leitende These des Vorhabens folgt der Annahme, dass die Person, über die gesprochen wird, zum Aufhänger von Phantasien und Konflikten der anwesenden Sprechenden avanciert. Aus dem Objekt der klatschhaften und lästernden Rede entsteht so eine Figur des Dritten, die das Gesprächspaar zugleich trennt und verbindet – ja ihre Bezogenheit überhaupt erst stiftet.
Samuel Weber und Sarah Kofman folgend, die Sigmund Freuds Konzeption des Witzes als sozialen Vorgang zwischen drei „Personen“ – dem Witzproduzenten, dem Objekt und dem lachenden Zuhörer – zur Theorie des Dritten erweitert haben, soll aufgezeigt werden, wie sich Lästern und Klatschen in diesem Sinne als Figurationen des Dritten aufschlüsseln lassen. Das so gewonnene theoretische Verständnis soll am Beispiel des Chattens weitergehend untersucht werden. Das Chatten als Hybrid aus Literalität und mündlicher Kommunikation bietet die Möglichkeit, diese sonst flüchtigen Erzählformen zu dokumentieren.


Verzeichnisdatum: 26.01.2004



Typ: Dissertation
Land: Deutschland
Sprache: Deutsch
Epochale Zuordnung: 20. / 21. Jahrhundert
Thematischer Schwerpunkt: Figurationen des Dritten, Chatten


Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Jens Ilg.
URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/institution.php4?ID=172
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