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«Wen kümmert’s, wer spricht?» – Autorschaft, kollektive Entstehungsprozesse und Machtverhältnisse im Theater, am Beispiel der künstlerischen Arbeit mit Menschen mit einer geistigen Behinderung


Art: Symposion
Datum: 08.11.2013 bis 09.11.2013
Ort: Berlin




Symposium im Rahmen des internationalen Theaterfestivals NO LIMITS

8./9. November 2013, Berlin

«Wen kümmert’s, wer spricht?» – Auf Theaterbühnen wird aktuell die Frage künstlerischer Urheberschaft neu ausgehandelt. Performer/innen agieren auf der Bühne als eigenverantwortliche Subjekte und Inszenatoren ihrer selbst. Statt dem Einzelkünstler rückt die Suche nach kollektiver Virtuosität oder Theater als kollektive Kunstform in den Fokus. Durch die Inszenierung von Probenprozessen im Performancetheater werden Machtgefüge innerhalb des Theaterbetriebes auf der Bühne reflektiert. Gruppen wie She She Pop, Gob Squad, Showcase Beat le Mot oder Monster Truck verzichten weitgehend auf die Regie-Position und inszenieren (sich selbst) im Kollektiv. Nicht nur die Funktion der Schauspieler, sondern auch die der Regie scheint ausgelöst durch solche Tendenzen neu zu definieren zu sein.

Stehen die Arbeitsteilung im Theater und die Frage nach schauspielerischer Selbstbestimmtheit derzeit generell auf dem Prüfstand, stellt sich im Theater mit geistig behinderten Darsteller/innen nun erst Recht die Frage: «Wen kümmert’s, wer spricht?» Im Kontext eines Diskurses um die Demokratisierung von Kunst als eine Möglichkeit, im öffentlichen Raum Sichtbarkeit und eine Stimme zu erhalten, treten sie derzeit auch jenseits der «integrativen Theaterszene» auf bedeutenden Theater- und Festivalbühnen auf – z.B. in Disabled Theater von Jerôme Bel & Theater HORA, in Dschingis Khan von Theater Thikwa & Monster Truck oder in den Produktionen das des australischen Back to Back Theatres. Die Art, wie und als was sie dort erscheinen, und das Maß, in dem sie ihre eigenen künstlerischen Vorstellungen umsetzen, wird aber hier wie dort mit großer Selbstverständlichkeit von Regisseur/innen ohne Behinderung bestimmt.
Wenngleich postdramatisches Theater Darsteller/innen mit Behinderungen tendenziell entgegenkommen müsste – nicht zuletzt, weil die oftmals größte Hürde entfällt: der den Großteil aller szenischen Mittel strukturierende dramatische (Sprech-)Text – , ist zu hinterfragen, wer im Verhältnis zwischen Nichtbehinderten und Behinderten wem die Möglichkeit zum eigenen Ausdruck zugesteht oder entzieht, kurz: die Frage nach den Macht- und also Entscheidungsstrukturen im Probenprozess.

„Wen kümmert’s, wer spricht?“, das Zitat des Dramatikers Samuel Beckett, Leitsatz des bekannten Vortrages Was ist ein Autor (1969) von Michel Foucault, bildet daher auch den Kerngedanken dieses Symposiums zu Autorschaft, kollektiven Entstehungsprozessen und Machtverhältnissen im Theater am Beispiel der Arbeit mit «geistig behinderten Künstler/innen». Im Fokus wissenschaftlicher Vorträge, künstlerischer Praxisbeispiele und Podiumsdiskussionen steht, inwiefern sich die gegenwärtige Reflektion von Hierarchien des Theaterschaffens sowie die Tendenz zur geteilten Autorschaft durch die Arbeit im Kollektiv in der Theaterarbeit von und mit geistig behinderten Künstlerinnen und Künstlern widerspiegelt.

Arbeitssprachen sind Deutsch und Englisch. Englischsprachige Beiträge werden simultan ins Deutsche, deutsche simultan ins Englische, und sämtliche Beiträge zusätzlich in einfache Sprache übersetzt.

Mit: Margret Ames, Saša Asentić, Dominik Bender, biGNOTWENDIGKEIT, Katja de Bragança, Denis Hänzi, Thierry Van Hasselt, Hans Harald Janke, Adrian Jones, Georg Kasch, Peter Pankow, Mathilde Pavis, Frederic Poppe, Anne-Françoise Rouche, Thomas Thieme u.a.

Konzept & Leitung: Marcel Bugiel, Yvonne Schmidt

Anmeldung: info@no-limits-festival.de
Tagungsgebühr: EUR 25/ ermässigt EUR 15
Es besteht die Möglichkeit, sich für ein Mittagessen am 9.11. zum Preis von EUR 8 (inkl. Getränke) anzumelden.
Anmeldeschluss: 1. November 2013

Veranstaltungsort:
Theater F40 in Berlin-Kreuzberg (Fidicinstr. 40), Berlin-Kreuzberg

www.nolimits-festival.de

Programm:
Freitag, 8. November

13:00 [Begrüssung und Einführung] von Marcel Bugiel und Yvonne Schmidt

13:45 [Monolog] bIGNOTWENDIGKEIT: «Wir sagen»
14:30 Pause

Grundlagen: Machtstrukturen – Autorschaft – Behinderung

15:00 [Vortrag] Denis Hänzi (TU Darmstadt): Strukturierte Entgrenzung. Zur Ordnung des Theaters
15:45 [Vortrag] Vortrag Mathilde Pavis (University of Exeter): Intellectual Property Law, Disability and Performance

16:30 Pause
17:00 [Vortrag] Frederic Poppe (Universität Leipzig): Künstler mit Assistenzbedarf

17:45 Tageszusammenfassung von Peter Pankow (Theater Thikwa, Berlin)

18:00 Ende des ersten Tages

Abendvorstellungen:

HAU HEBBEL AM UFER (HAU 3), 19.00 UHR
Panaibra Gabriel Canda (MZ): Borderlines
Dauer ca. 60 Minuten
Sprache: Englisch - Sprache kein Problem

THEATER THIKWA/F40, 20.30 UHR
Per.Art/Saša Asentić (SRB): Prazan Glas [The Empty Voice]
Dauer ca. 65 Minuten
Sprache: Englisch und Serbisch mit englischen Untertiteln

im Anschluss Kopfhörerdisco & Grillen



Samstag, 9. November

9:00 [Warm up] Hans Harald Janke (Theater RambaZamba, Berlin)

Perspektivwechsel: Praktiken kollektiver Autorschaft

09:15 [Praxisbericht] Katja de Bragança (OHRENKUSS-Magazin, Bonn): Down Syndrom und Sprache
10:00 [Praxisbericht] Anne-Françoise Rouche & Thierry Van Hasselt (CEC La "S", Vielsalm (B) / Frémok, Brüssel (B)): Aktion Mix Commando
10:45 Pause
11:15 [Praxisbericht] Margret Ames & Adrian Jones (Aberystwyth University/ Cyrff Ystwyth Dance Company, Wales): Disabled Performers as Dance Authors (AT)

12:00 Vormittagszusammenfassung von Peter Pankow (Theater Thikwa, Berlin)

12:15 Mittagspause

14:00 [Workshops und Gesprächsrunden]
mit Margret Ames & Adrian Jones
Anne-Françoise Rouche & Thierry Van Hasselt
Katja de Bragança & N.N.
Saša Asentić
15:30 Pause

Ausblick: Künstlerische Potenziale behinderter Performer
16:00 [Podiumsdiskussion] Behinderte Schauspieler als Künstler?
Mit: Dominik Bender (Theater Thikwa), Cornelia Glowniewski (*) & Rahel Savoldelli (*)(Projekt «Zusammenarbeit»), Hans Harald Janke (Theater RambaZamba), Thomas Thieme (Schauspieler)
Moderation: Georg Kasch
17:00 [Publikumsdiskussion] Offene Fragen
Moderation: Yvonne Schmidt & Marcel Bugiel

17:45 Gesamtzusammenfassung von Peter Pankow (Theater Thikwa, Berlin)

ca. 18:00 Ende der Tagung

Abendvorstellungen:

THEATER THIKWA/F40, 19.00 UHR
KROOG (RUS):
Otdalennaja Blizost [Entfernte Nähe]
Dauer ca. 70 Minuten
Sprache: Russisch mit deutschen Übertiteln

HAU HEBBEL AM UFER (HAU 2), 20.30 UHR
Rimini Protokoll (Helgard Haug/Daniel Wetzel) (D): Qualitätskontrolle
Dauer ca. 90 Minuten
Sprache: Deutsch






Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Jo Jonas.
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Copyright by www.theaterforschung.de
Erstellt am: 30.09.2013