|
Wozu das Theater? : zur Entstehungsgeschichte der Theatersubvention in Zürich (1890 - 1928) Ort: Köln Verlag: Böhlau Verlag Jahr: 2008 Autor(en): Christoph Kohler Link zur Rezension: http://www.theaterforschung.de/rezension.php4?ID=515 ISBN: 978-3-412-20153-1 Umfang / Preis: 247 Seiten / EUR 34.90
 Theatersubventionen sind keine Selbstverständlichkeit mehr. Im gesamten deutschsprachigen Raum hat die angespannte finanzielle Situation der städtischen Haushalte dazu geführt, dass auch die Theater sparen müssen. Begleitet werden die Sparmaßnahmen von heftigen kulturpolitischen Nebengeräuschen: Darf man bei der Kultur sparen? Was ist uns das künstlerische Theater wert? Dass Theatersubventionen kein politisches Naturgesetz sind, zeigt dieser Band anhand ihrer Entstehungsgeschichte in Zürich. Dabei erweist sich der Blick auf die größte Stadt der Schweiz als besonders reizvoll, da sich hier der Wandel vom bürgerlichen Privattheater zum öffentlichen Stadttheater im behäbigen Tempo der direkten Demokratie vollzog. Vier Volksabstimmungen brauchte es zwischen 1901 und 1928, bis das Zürcher Stadttheater ganz in öffentlicher Hand war. Rund um diese Abstimmungen kristallisierte sich ein kulturpolitischer Diskurs, der das kulturelle Feld zunehmend in eine "wertvolle" Hochkultur und eine "schädliche" kommerzielle Massenkultur differenzierte.
Inhalt
11 Das Marthaler-Theater (Prolog)
16 Subvention und Legitimation (Einleitung)
16 Motivation
17 Stoffentwicklung
28 Quellenlage und Forschungsstand
32 Das Theater der Wenigen
32 Das Theater im Fegefeuer
38 Ein Stadttheater für Zürich
49 Theater als bürgerlicher Repräsentationsraum
60 Das ökonomische Dilemma des Theaters
73 Im Zeitalter der Massen
73 Der Raum der Musse und der Raum der Masse
83 Die Wahrnehmung der Masse
93 Der Reiz der Oberfläche - von Wagner zum bewegten Bild
107 Kein Geld fürs „Herreninstitut" - Volksabstimmung 1901
107 Die Theater AG fordert höhere Subventionen
111 Die Sozialdemokraten als Spielverderber
120 Demokratisierung und Popularisierung - Volksabstimmung 1908
120 Alfred Reucker erneuert das Stadttheater
125 Das Ende des Mäzenatentums
129 Zwischen Avantgarde und Elefantentheater
137 Kulturpolitischer Konsens trotz Klassenkampf-Volksabstimmung 1918
137 Der Bildungsdurst der sozialdemokratischen Elite
143 „Was will das Volk?"
151 Theater im Weltkrieg
160 Am Stadttheater wird gestreikt
163 Massenkultur als Kontrastfolie - Volksabstimmung 1928
163 Das Kino oder die Aufwertung der Oberfläche
179 „Verbrecherschule Kino" - die suggestive Kraft des Films
187 Fünf Stummfilmpaläste für Zürich
197 Jüdisches „Geschäftstheater" im „Pfauen"
205 Das Stadttheater in öffentlicher Hand
214 Wozu das Theater? (Schlusswort)
221 Bibliografie
221 Ungedruckte Quellen
224 Zeitungen, Zeitschriften, Jahrbücher
225 Elektronische Quellen
225 Gedruckte Quellen
227 Literatur
234 Abbildungen
235 Anhang
246 Personenregister
247 Ortsregister
Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Jo Jonas. URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/annotation.php4?ID=962 Copyright by www.theaterforschung.de
|