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Neuerscheinungen

Verheißung der Bilder: Das andere Medium in der Literatur um 1900


Ort: Tübingen
Verlag: Max Niemeyer Verlag GmbH
Jahr: 2006
Autor(en): Sabine Schneider
Link zur Rezension: http://www.theaterforschung.de/rezension.php4?ID=302
ISBN: 3-484-18180-X
Umfang / Preis: 420 Seiten / EUR 78.00







Die Literatur der Moderne um 1900 reflektiert eine ikonische Wende im Verhältnis zwischen dem kulturellen Leitmedium der Schrift und der Konkurrenz der Bilder. Herausgefordert vom Evidenzversprechen der malerischen Avantgarde, des frühen Kinos, der Sprach- und Bewusstseinsbilder erproben Autoren wie Hofmannsthal, Rilke und Musil eine Sprache der visionären Grenzüberschreitung, die sich im Erschreiben des anderen Mediums doch stets der eigenen Mittel bewusst ist. Die Studie geht den poetologischen Konsequenzen des spezifischen Bildwissens der literarischen Moderne nach und rekonstruiert dessen wissensgeschichtliche Kontexte.
(Verlagstext)





Inhalt:

Einleitung

I. Bildverheißung: Poetologische Konsequenzen medialer Grenztätigkeit

      9   Sprachdramen: Schwellen / Dämme (Der 'Brief' des Lord Chandos)
    20   Ikonische Wende: Die Rückkehr der Bilder
    26   Semiotische Experimente und Bildobsessionen: Zum Beispiel 'Elektra'
    36   Vernetzungen: Innere und äußere Bilder
    39   Peripheres Sehen und hypnagoge Bilder
    43   Starre Blicke: Kreativer Schwindel
    48   Limesgestalten: Literatur und Wissen oder das Bildwissen der Literatur
    50   Verwischte Grenzen: Poetik des Übergänglichen

II. "Vor Cézanne, vor Van Gogh zu lernen" - Die Faszination des anderen Mediums

    59   Pathos der stummen Dinge
    67   Blendung und Epiphanie: Das Erlebnis des Sehens
    74   Der Weltzweifel und die "kolossale Wirklichkeit der Bilder"
    85   Klaffende Augen: Subjektlose Blicke und das Glück der Verschmelzung
    94   "Wendung" zum Material

III. Über Bilder schreiben: Die Mediendifferenz als Problem der Kunstphilosophie und der literarischen Kunstkritik

  109   1. "Unvereinbarkeit zweier Kunstwelten" - Mediale Ausdifferenzierung in der Kunsttheorie der
              Moderne

  109       Das Schweigen des Bildes und die Fremdheit der Sprache
  120       Sprachlose Sichtbarkeit: Konrad Fiedlers dissoziative Anthropologie und ihre Aporien
  131       Das Bild als das Andere der Sprache: Julius Meier-Graefe und die "Reinigung der Mittel"
  141       Die Sprache als das Andere des Bildes: Fiedlers Konzept der Ausdruckssprache und
              Theodor A. Meyers 'Stilgesetz der Poesie'

  149   2. Probleme der Versprachlichung von Bildern zwischen Kunstwissenschaft und Kunstliteratur

  149       Alräunchenmagie des Kritikers (Pater, Hofmannsthal, Meier-Graefe)
  160       Palimpseste oder das Lächeln der 'Gioconda': Literarische Techniken der Kunstbeschreibung

IV. Die farbige Entrückung der Sprache: Textdramen der Sichtbarkeit

  171   1. Sprachspiele um das letzte Bild: 'Der Tod des Tizian'

  171       Gespiegelte Blicke
  175       Leben schaffen im Bild: Das Rätsel des Schöpfungsaugenblicks
  186       Tizians Jünger - Syndrom des Missverstehens
  190       Schönheit in der Verhüllung - Mediale Umschriften
  194       Aufschub in Permanenz: Der Prolog
  197       Vermischungen: Das Infinito der Sprache in Gianinos Monolog

  202   2. Farbendelirien und Sprachverflüssigung: Eine mediale Reflexionsfigur bei Hofmannsthal
              (1902-1907)

  202       Farbige Übergänge
  208       Farbe als Grenzwert der Sprache
  213       Farbenlehren für den Dichter: Hofmannsthal und Goethes 'Farbenlehre'
  218       Pathos der Farben: 'Die Briefe des Zurückgekehrten'
  228       Farben, Brüder der Schmerzen - An den Grenzen des Körpers

  232   3. "In einem Jenseits von Farbe" - Die Farben, die Dinge und die Wörter Rilkes
              'Neuen Gedichten' und den 'Briefen über Cézanne'

  232       Rilkes geschriebene Dinge
  248       Text-Augen oder die Blindheit des Gedichts
  257       Aus Farben Dinge machen
  264       Blau, ephemer ('Briefe über Cézanne', 'Blaue Hortensie')
  276       Verschwinden/Verschwenden: 'Das Karussell'

V. Evidenz im Verworrenen: Poetik des Visionären

  283   1. Das doppelte Gesicht der Dinge: Die inneren Bilder und die Schrift bei Hofmannsthal und Musil

  283       "...in einer fliegenden vagen Bildersprache" - Bild und Schrift in Hofmannsthal allegorischer
              Novelette 'Das Glück am Weg'
  294       Der 'bunte Glanz' der Bilder der der 'Aschenregen' der Schrift - Törleß' 'Verwirrungen'
  308       Flimmernde Bilder: Die Medienmetapher des Kinematographen und die Kino-Ästhetik Musils               und Hofmannsthals

  323   2. Anthropologie der inneren Bilder: Eine physiologische Diskussion mit poetologischer Relevanz

  323       Endogene Bilder des Bewusstseins: Neuronale Bildprojektion, 'unbewusste Schlüsse',
              'Logik des Traumas' (Helmholtz, Tylor, Nietzsche)
  330       An der Schwelle zur Bedeutung: Hypnagoge Bilder

  342   3. Helldunkel - Elektras Schattenbilder oder die Grenzen der semiotischen Utopie

  342       "Leibhaftige Zeichen"? - Eine semiologische Lesart der 'Elektra'
  356       Gleißende Schatten: Die Lichtregie visionärer Überschreitung ('Elektra',
              'Die Bühne als Traumbild', Rembrandt)
  364       Schattierungen eines Farbtons: Die Figurenkonstellation

  367   Epilog

Siglenverzichnis
Literaturverzeichnis (Quellen, Forschung)
Register (Personenregister, Werkregister: Hofmannsthal, Musil, Rilke)


Anmerkungen:
Band 180 der Reihe "Studien zur deutschen Literatur"



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Typ: Monographie (Print)
Sprache: Deutsch
Klassifikation: Bildwissenschaften
Epochale Zuordnung: 18. / 19. / 20. Jahrhundert


Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Jo Jonas.
URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/annotation.php4?ID=392
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