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Leopold Jessner – Intendant der Republik. Der Weg eines deutsch-jüdischen Regisseurs aus Ostpreußen Ort: München Verlag: Max Niemeyer Verlag GmbH Jahr: 2005 Autor(en): Matthias Heilmann ISBN: 3-484-66047-3 Umfang / Preis: 447 Seiten / Kart. € 112,00
 Leopold Jessner (1878–1945) leitete ab 1919, als das Theater in Deutschland erstmals in den Dienst der Demokratie trat, in Berlin das größte Schauspielhaus der Republik. Als bekennender Jude und Sozialist räucherte er den wilhelminischen Kunstgeist aus und gab der demokratischen Epoche ein vollkommen neuartiges künstlerisches Gesicht. Für diese Tat hassten ihn Konservative mehr als manchen Staatsmann. Bereits in Jessners Hamburger und Königsberger Zeit entwickelte er seinen raumgliedernden und sachlich-knappen Regiestil, der am Staatstheater in Berlin eine Revolution auslöste. Er entriss den Stücken die als wesentlich erkannte Idee und beleuchtete die Figuren aus der aktuellen politischen Perspektive. Jessner griff, noch vor Piscator oder Brecht, unmittelbar in den Tageskampf der Republik ein. Die Geburt des Interpretationstheaters beeinflusst das deutsche Theater bis heute. Über Jessners Schüler Fritz Kortner führte der Weg zu den Aussage-Regisseuren unserer Zeit (Zadek, Neuenfels, Grüber). Jessner verkörperte außerdem den Typus des Außenseiters, der in den zwanziger Jahren abrupt ins Zentrum des revolutionären Geschehens rückte. Auf dem Rücken des Intendanten wurde die Spaltung der politischen Kräfte Weimars ausgetragen. Sein Rücktritt 1930 war ein Muster für die Ausgrenzung der Juden aus dem deutschen Kulturbereich. Jessner hat Grundlagen für das Theater des 20. Jahrhunderts geschaffen. Mit ihm nimmt die Geschichte des modernen Regietheaters ihren Anfang.
(Verlagstext)
Inhalt
1 Einleitung
8 1. Die Lehrjahre des ostpreußischen Künstlers am Theater
10 1.1. Die Heimatstadt Königsberg
15 1.2. Der Anfang als Schauspieler
19 1.3. Der Lehrer Carl Heine – Neuer Ibsen-Stil und die Entdeckung Wedekinds
28 1.4. Zusammenarbeit mit Gustav Lindemann
32 1.5. Die letzten zwei Jahre vor dem Durchbruch
33 2. Die ersten Stationen zum modernen Regietheater
33 2.1. Hoffnungsträger Jessner am Thalia-Theater
42 2.2. Hamburg wird Wedekind-Stadt
53 2.3. Die Befreiung aus provinzieller Enge
66 2.4. Der lange Abschied vom Thalia-Theater
68 2.5. Jessner in der Kulturpolitik Hamburgs
74 3. In Kriegszeiten Intendant in der Heimat
75 3.1. Königsberger Kulturleben am Ende des kaiserlichen Deutschlands
80 3.2. Das erste Jahr als eigenständiger Leiter
85 3.3. Schlaglichter in der zweiten Jessner-Saison
82 3.4. Jessner und Königsberg im Umfeld der Revolution
105 4. Grundlagen für das Theater der neuen Republik
111 4.1. Auf dem Weg zum Theater der Zeit
117 4.2. Das Ende des Expressionismus
130 5. Der Anfang als Staatstheaterintendant in Berlin
130 5.1. Die Umwandlung zum Staatlichen Schauspielhaus
136 5.2. Die Verpflichtung Fritz Kortners
140 5.3. Der Schrei nach Freiheit in Wilhelm Tell : Sensation und Legende
170 6. Triumphe mit Kortner
170 6.1. Zum ersten Mal Wedekind im Staatstheater
187 6.2. Richard III.: Die Ballade vom Machtrausch
205 7. Die Ablösung Reinhardts durch Jessner
205 7.1. Reinhardt verläßt Berlin
210 7.2. Die Entdeckung Barlachs für das Theater
221 7.3. Eine neue Sprache für Schillers Fiesco
230 8. Othello: Ein Höhe- und Wendepunkt
241 9. Jessner ohne Kortner
241 9.1. Weimar zwischen Krise und Stabilität
245 9.2. Kortners Ausstieg aus den Carlos-Proben
257 9.3. Die Berufung Jürgen Fehlings an das Staatstheater
259 9.4. Don Carlos: Freiheitsidee und Unterwerfung
263 9.5. Napoleon und die Grabbe-Euphorie
269 10. Das Gegenwartstheater der Republik
269 10.1. Geteiltes Echo auf Macbeth und noch einmal Wilhelm Tell
275 10.2. Faust ohne deutsche Biederkeit
282 10.3. Eröffnung des Schillertheaters und Gründung der Staatlichen Schauspielschule
286 10.4. Uraufführungen und erste Proteste im Landtag
302 10.5. Wallenstein: Humanität statt Kriegsverwilderung
313 10.6. Arnolt Bronnen: Der Mann des Tages in der neuen Zeit
336 11. Jessners Kampf um Kontinuität und Erneuerung
336 11.1. Noch einmal Grabbe und der Abgang von Krauss
339 11.2. Hans José Rehfisch: Ein neuer Wedekind?
343 11.3. Eine neue Zeit nach der Wahl Paul von Hindenburgs
347 11.4. Der Kampf gegen reaktionäre Kunstauffassung: Herodes und Mariamne und die
Verpflichtung Piscators
356 11.5. Hamlet: Ein Republikaner gegen Gewaltmonarchie und Militarismus
370 12. Verschärfung der Krise – Neue Siege und schleichender Machtverfall
372 12.1. Hauptmann-Inszenierungen im Kontext antisemitischer Herabsetzungen
384 12.2. Jessners 50. Geburtstag: Abgesänge an einen einst Erfolgreichen?
392 12.3. Widerstände aus zwei Lagern trotz Oedipus-Begeisterung
401 12.4. Gefahren durch Besucherorganisationen und Feinde im eigenen Haus
408 13. Jessners Abschied
408 13.1. Die Demission
412 13.2. Jessner als ›freier‹ Regisseur vor der Katastrophe
415 13.3. Das Ende im Exil
418 14. Epilog
420 15. Verzeichnis der Inszenierungen von Leopold Jessner
420 15.1. Inszenierungen am Thalia-Theater in Hamburg (1904–1915)
421 15.2. Inszenierungen an den Hamburger Volksschauspielen
422 15.3. Inszenierungen am Neuen Schauspielhaus in Königsberg (1915–1919)
422 15.4. Inszenierungen am Staatlichen Schauspielhaus in Berlin (1919–1933)
428 15.5. Gastinszenierungen von Leopold Jessner in der Weimarer Republik
429 15.6. Inszenierungen von Leopold Jessner in der Emigration
430 16. Literaturverzeichnis
430 16.1. Archive
431 16.2. Publikationen von Leopold Jessner
432 16.3. Sekundärliteratur
441 Personenregister
Anmerkungen: Theatron. Band 47
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Typ: Buch Land: Deutschland Sprache: Deutsch Klassifikation: Theatergeschichte Epochale Zuordnung: Thematischer Schwerpunkt: Regietheater, Regie, Jessner, Leopold
Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Heike Adamski. URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/annotation.php4?ID=347 Copyright by www.theaterforschung.de
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