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Der neue Adel der Humanisten : Die Figur WIT in Texten der englischen Renaissance Ort: Marburg Verlag: Tectum Jahr: 2011 Autor(en): Thomas Bitterlich ISBN: 978-3-8288-2600-7 Umfang / Preis: 584 Seiten / EUR 34.90
 Die tradierte Rolle des Adels steht in der englischen Gesellschaft der Renaissance zur Disposition. Zusammen mit den bisherigen Organisationsformen von Religion, Politik, Militär und Landwirtschaft verliert er im 16. Jahrhundert an Bedeutung. Dramatiker und Schriftsteller reagieren darauf mit der literarischen Figur WIT, die mit Ironie und Feinsinn eine neue Rollenbestimmung sucht. Sie entwickeln einen Figurentypus, der als Muster adliger Lebensführung dient. Zugleich führt die Figur WIT moralisches Verhalten, die Zuverlässigkeit sinnlicher Wahrnehmung, den Prozess des Erwachsenwerdens oder die Konsequenzen einer unangemessenen Sprache anschaulich vor.
Thomas Bitterlich entwickelt den Begriff „Figur“ als Ansatz, mit dem sich die Manifestation von Wissen in einer 'Gestalt' verstehen, analysieren und darstellen lässt. Dazu hinterfragt er, wie die Figur WIT in Texten englischer Humanisten aus der Zeit von 1530 bis 1610 verwendet wird. Welches Wissen geht in diese Figuren ein? Welche Vorschläge unterbreiten sie, um den Bedeutungsverlust des Adels zu kompensieren? Worin sehen sie seine Exklusivität noch gerechtfertigt?
Inhalt:
17 1 Einleitung
17 1.1 Der Begriff „Figur“
Theoretische Bestimmung des Begriffs „Figur“ – das rhetorische Konzept „Prosopopöie“ als Konkretisierung des Begriffs – „Prosopopöie“ als differenzierte Antwort auf die Frage: Wer spricht? – Abstrahierung der verschiedenen Möglichkeiten als semiotischer Prozess – Konsequenzen der theoretischen Überlegung für die Methodik der Arbeit – „Prosopopöie“ als Fremdverstehen (Kritik des Begriffs) und Übersetzung – allgemeine Betrachtung von „Prosopopöie“ als Darstellungsverfahren: Wie wird gesprochen? – Beispiel Dialog, die humanistische Konzeption des Dialoges als Wissensform – im Verhältnis dazu: Theater – „Figur“ als Bezeichnung für den Gegenstand des Darstellungsverfahrens – Bedeutungsschichten des Begriffs nach Erich Auerbach – „Figur“ als Nebeneinander verschiedener Wissensformen und als Verbindung von altem und neuem Wissen – Allegorische Figur als Spezialfall
36 1.2 Aufbau der Arbeit, Ansatz und Methodenreflexion
Aufbau der Arbeit: Drei Hauptkapitel orientiert an Textformen, die in einem bestimmten Zeitraum prägend für die Figur WIT waren – Verhältnis der Kapitel zueinander – Reflexion des Ansatzes: Historizität als wesentliches Merkmal des hier vorgestellten Figurbegriffs; Grammatik und Rhetorik – Figur als polythetisches Modell – methodische Konsequenzen aus dem gewählten Ansatz – Übersetzen als grundlegende Voraussetzung der Untersuchung
50 1.3 Übersicht der Primärquellen und Figurnamensvariationen
51 2 Der Adel im frühhumanistischen Diskurs
52 2.1 Positionen des frühhumanistischen Diskurses zur Adelserziehung in The Boke Named the Gouernour
Allgemeine Bestimmung des zu untersuchenden frühhumanistischen Diskurses – Analyse des Bildungsprogramms am Beispiel von The Boke Named the Gouernour – der Unterricht in den antiken Sprachen als Mittel, um die gesellschaftliche Ordnung zu unterstützen – die ideale Gestalt dieser Ordnung aus Sicht des Diskurses – „wit“ als Begriff, der sich auf politisches Verhalten bezieht, aber unter einer ethischen Perspek tive betrachtet wird – Voraussetzungen der Erziehung: sprachlicher Unterricht von der Geburt an und Zurückdrängung des weiblichen Einflusses auf die Erziehung – der „orator“ als Bildungsziel – die Rolle von Übungen und Freizeitbeschäftigungen im Bildungsprogramm (das Verhältnis zum Anderen des Bildungsprozesses) – das frühhumanistische Verständnis von Nobilität
63 2.2 Sprache im Frühhumanismus
Die Kunsttheorie des Frühhumanismus, eine Poetik? – Verteidigung und Instrumentalisierung der Dichtkunst durch The Boke Named the Gouernour – Rhetorik als dominantere Theorieform
68 2.2.1 Rhetorik und Dichtkunst: Der frühhumanistische Dialog
Rhetorik als Gesprächskunst – Ist der frühhumanistische Dialog von Platon oder von Cicero geprägt? – der typische Gestus der Kommunikation am Beispiel der Interludes – die akademische Debatte als formales Vorbild
72 2.2.2 Zum frühhumanistischen Stil – eine Stilgeschichte
Verbindung von Ethik und Stildenken in der griechischen Antike – elokutionelle Stilbestimmung in der Rhetorica ad Herennium – Orientierung beim Gebrauch von Redefiguren an der Angemessenheit (Stil=figura) oder der Funktion der Rede (Stil=genus) bei Cicero – Klassifizierung der Stile in einfacher (niedriger), mittlerer, hoher Stil – Rezeption römischer Rhetorik bei Augustinus: der „sermo humilis“ – im Mittelalter: Klassifizierung anhand von Themen – der frühhumanistische Stil als Mischform, thematisch ein hoher Stil, den aufgestellten Regeln zufolge ein mittlerer Stil – die Eigenart des frühhumanistischen Stils am Beispiel von Erasmus' Ciceronianus
82 2.3 Die Figur WIT im frühen Tudor Interlude: Wit and Witless, Of Gentylnes and Nobylyte, Wit and Science
Das Interlude, eine künstlerische Form mit vielen Varianten – Besonderheiten humanistischer Interludes – Plädoyer für eine historische Differenzierung
86 2.3.1 Struktur und Figur
Debatte und Psychomachia (Wit and Science) als zwei Möglichkeiten die Darstellung zu strukturieren – Wit and Witless: Eine Debatte über die Frage, ob es besser ist, „wit“ zu haben oder ein Narr zu sein. – Of Gentylnes and Nobylyte: Ritter, Händler und Bauer debattieren über den gesellschaftlichen Vorrang – Of Gentylnes and Nobylyte, Wit and Witless: „wit“ als Thema der Auseinandersetzung: Wer hat das beste „wit“? – Strukturelle Überlegenheit der humanistischen Position – Wit and Science: ein prototypischer Psychomachia
94 2.3.2 Welt- und Menschenbild
Der Gegensatz von Natur und Kultur als Gestaltungsmittel der Texte: Natur als vernunftlos-närrische, tierische, antigesellschaftliche, gottlose Existenz – Of Gentylnes and Nobylyte: die Opposition von Natur und Kultur als Argumentationsstrategie und Thema – Funktion des Konflikts – Wit and Witless: Ist es besser ohne Verstand bzw. Kultur zu leben? – Wit zwischen Natur und Kultur – Of Gentylnes and Nobylyte, Wit and Witless: Was verstehen die Texte unter natürlicher Vernunft (natural reason)? – Wit and Science: Philosophische Bestimmungen des Begriffs „wit“ und seine Gestaltung – die Konsequenzen einer Entscheidung für eine bloß natürliche Existenz – Verhältnis von „Wyt“ zu „Science“ und „Reson“
112 2.3.3 Soziale Bestimmungen
Wit and Witless: „James“, „John“ und „Jerome“, drei nahezu unspezifische Debattenteilnehmer – Of Gentylnes and Nobylyte: Ritter, Händler, Bauer, eine Diskussion zwi schen gesellschaftlichen Gruppen – Wit and Science: Gestaltung der adligen und der männlichen Identität von „Wyt“
118 2.3.4 Die Sprache des Textes und der Figuren
Wit and Witless: gleichförmiger Textfluss, ein mittlerer Stil – sprachliche Gestaltung der Figur „John“, der Argumentationsgang als Prozess des Verlustes und der Wiedererlangung sprachlicher Souveränität – Wit and Science: Sprache als erzählerisches Gestaltungsmittel – sprachliche Gestaltung der Figur „Wyt“, im Handlungsverlauf und im Verhältnis zu anderen Figuren – Of Gentylnes and Nobylyte: insgesamt eine einheitliche und gleichförmige Textgestaltung – geringfügige stilistische Variationen bei den Figuren
127 2.4 Kontinuitäten und Brüche: The Scholemaster
Der Text als Indikator für eine veränderte Situation – der schlechte Lateinunterricht an den „common schols“ im Kontext einer gefühlten Bedrohung der bestehenden Ordnung – Reaktion: strategische Überlegungen zur Kanonisierung der lateinischen Sprache; Zensur: Ausschluss des 'unreinen' Lateins / Distanz zur Poesie; Textpflege: Methoden zur Immunisierung des Lateins gegen Veränderungen / Privilegierung der Schriftsprache gegenüber der mündlichen – die konkrete Gefahr: Kritik der Dichtkunst und der höfischen Sprache
138 2.5 Die Figur WIT im späteren Tudor Interlude: Wealth and Health, Wit and Wisdom, The Mariage of Witte and Science
Säkularisierung und Professionalisierung der Interludes – Veränderungen der Aufführungspraxis
141 2.5.1 Struktur und Figur
Wealth and Health: Mischung aus Debatte und Psychomachia – Allegorie der Figurenkonstellation – „Shrewd Wit“ als Vice – Wit and Wisdom: Mehrfache Wiederholung des Psychomachia – Schwerpunktverlagerung, weg von WITs Weg zur Weisheit hin zu den Betrügereien des Vices – die Sonderstellung von „Idleness“ im Text – The Mariage of Witte and Science: eine stärker an Debatten orientierte Variante von Wit and Science – Veränderungen im Handlungsverlauf und in der Figurenkonstellation (Witte and Wyll)
153 2.5.2 Welt- und Menschenbild
Wealth and Health: „Shrewd Wit“, Schreckensbild einer natürlichen Existenz und Gefahr – Wit and Wisdom: Was droht, wenn Weisheit fehlt oder nicht ernst genug angestrebt wird? – Relativierung des Gegensatzes von Natur und Kultur durch die Figur
„Idleness“ – The Mariage of Witte and Science: Entschärfung der Entgegensetzung von Natur und Kultur – die Konstellation von „Wit“ und „Wyll“
162 2.5.3 Soziale Bestimmungen
Wealth and Health: „Shrewd Wit“ als ausländischer Verbrecher und Mittel einer den Adel betreffenden Reform – Wit and Wisdom: der Adel der Figur „Wit“ – Schülerdasein und Jugendlichkeit als weitere Merkmale – The Mariage of Witte and Science: der Bildungsprozess als ritterliches Abenteuer und Prozess des Erwachsenwerdens
172 2.5.4 Die Sprache des Textes und der Figuren
Wealth and Health: Variation des für Interludes typischen, mittleren Stils – Stigmatisierung der Vices durch die Verwendung eines niederen Stils – Wit and Wisdom: Sprachstile als Kennzeichen moralischer Dispositionen – The Mariage of Wit and Wis dom: unspezifische Gestaltung der Figuren, ausgenommen „Witte“ and „Wyll“
177 2.6 Exkurs: Sir Thomas More
Formale Besonderheiten des Textes – dessen Rezeption eines Interludes in Form eines Stücks im Stück – Struktur und Figur: Aneignung des Psychomachia als Grundlage der Figurengestaltung und als Paradigma für den Handlungsverlauf / die Funktion des Interludesfragmentes im Text / Allegorie des Textes – Philosophische Dimension: „wit“ zwischen Natur und Kultur – Soziale Identität: Jugend und Erwachsensein – Sprache als Mittel der Figurengestaltung
186 2.7 Am Schnittpunkt zweier Kulturen: The Pleasant and Stately Morall, of the three Lords and three Ladies of London
Der Übergangsstatus des Textes am Beispiel der Verwendung des Begriffs „wit“
189 2.7.1 Struktur und Figur
Veränderungen in der Struktur des Dialoges – Rezeption des Psychomachia als Handlungsverlauf unter verschiedenen Aspekten im Hinblick auf die im Text parallelisierten Handlungen – ambivalente Gestaltung von Tugend und Laster – Pageant und Turnier als strukturierende Elemente im Text
195 2.7.2 Welt- und Menschenbild
Der Gegensatz von Natur und Kultur als Gestaltungsmittel der fingierten Auseinandersetzung zwischen England und Spanien: Darstellung der spanischen Edelleute als gottlos / räuberisch / antisozial – die Stellung der Figur „Wit“ zwischen Natur und Kultur – konkret: ihre Differenz zur Figur „Simplicity“
199 2.7.3 Soziale Bestimmungen
Der Hof als Adressat des Textes – die Öffentlichkeit des höfischen Turniers als Kon text der Figurengestaltung – die sozialen Identitäten der Figur „Wit“
203 2.7.4 Die Sprache des Textes und der Figuren
Der Stil des Textes aus elokutioneller Perspektive – die Gestaltung der Figuren, insbesondere der Pagen, mittels verschiedener sprachlicher Ausdrucksvermögen
207 3 Höfisches „Wit“
207 3.1 Zur Adelskultur in der englischen Renaissance
Zwei Studien über Gegenbilder zum frühumanistischen Diskurs und die Transformation sozialer Praktiken
208 3.1.1 Accession Day Tilts
Der Jahrestag der Thronbesteigung (Accession Day) von Elisabeth Tudor und seine religiöse Bedeutung – Turniere als eine Form der Feierlichkeiten – Beschreibung des Ablaufs anhand des Augenzeugenberichts Lupold von Wedels (1584) – die Accession Day Tilts als Verstetigung eines traditionellen Rituals – ihre Funktion als institutionalisiertes Bekenntnis des Adels zur militärischen Unterstützung königlicher Herrschaft – politische Relevanz: militärische Abhängigkeit der Königin vom Adel – dagegen: Accession Day Tilts als höfische Rezeption von Elementen ritterlicher Kultur und institutionalisierte, politische Öffentlichkeit des Hofes – diese Rezeption im Kontext der gesellschaftlichen Neubestimmung des Adels
220 3.1.2 Adelserziehung
Welchen Stellenwert hat Bildung innerhalb der Adelskultur? – Unmöglichkeit und Notwendigkeit einer einheitlichen, verbindlichen Bildung für die adlige Elite – Sir Humphrey Gilberts unverwirklichter Entwurf einer Achademy of Chiuallric pollicy and phi losophie – Verhältnis des Adels zur Bildung: Widerstand zum humanistischen Bildungsdiskurs, dessen Korrektur und Relativierung
227 3.2 Positionen Höfischer Dichtkunst
Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum frühhumanistischen Diskurs am Beispiel von The Arte of English Poesie: die Aufwertung der englischen Sprache gegenüber dem Latein – Ist der höfische Diskurs deshalb weniger an Ordnung interessiert?: Orientierung an der bestehenden, nicht an einer noch zu schaffenden Ordnung – Kritik der Antike – Der „poet“ als Leitbild des Bildungsprogramms – höfische Definition der Dichtkunst – Überlegungen zur politischen Funktion – der Begriff „wit“ im Kontext des Bildungsprogramms und als Grundlage der höfischen Konzeption von Rhetorik – die Spezifik dieser Konzeption als Mischung zwischen Poetik und Rhetorik – ihr Unterschied zu frühhumanistischer Rhetorik – daraus folgend, ein anderes Verständnis von Nobilität: die Bewahrung des „decorums“ als Distinktionsmerkmal / Wie inszeniert man angemessenen adliges Verhalten?
241 3.2.1 Höfische Konversationen: Die Dialoge des Hofes
Die Gattung der Hofmannstrakte als Muster höfischer Konversationen – Relativität als Voraussetzung und Struktur dieses Dialogtyps: Begrenzung des Wahrheitsanspruchs
auf eine konkrete Situation / Relativität von Wissen / Partikularität des Einzelnen, Distanz zur Rolle und zum Handeln – formale Unterscheidung von „Debatte“ und „höfischer Konversation“ – Liebe als exemplarischer Gesprächsgegenstand
249 3.2.2 Der hohe, höfische Stil
Zwei verschiedene Stilbegriffe in The Arte of English Poesie? – Stilbestimmung eloku tionell: häufige Verwendung von rhetorischen Figuren – funktionell: movere – thematisch: Gottesund Herrscherlob – weitere Merkmale: Schriftbezug – Ideal der Natürlichkeit – Forderung nach göttlicher Ergriffenheit – die Körperanalogie des hohen Stils – Stil der Generalisten, eine historische Parallele
255 3.3 John Lylys „Euphues“: Die höfische Variante der Figur WIT
Euphues, ein Begriff für körperliche Vollkommenheit und ein Indiz für eine alternati ve Einstellung zur Bildung – der Widerstand gegen frühhumanistische Bildungsvorstellungen im Kontext einer Akzentverschiebung bei der Betrachtung gesellschaftlichen Verhaltens und aus der Perspektive eines diskursiven Wandels
259 3.3.1 Struktur und Figur
Lässt sich angesichts der Heterogenität höfischer Dichtung eine einheitliche Struktur überhaupt feststellen? – die Struktur des 'Romans' im Vergleich zu den Interludes – die Rezeption des Psychomachias im Text: der Gegensatz und die Gestaltung von Tugend und Laster – der Psychomachia als Muster für den Handlungsverlauf: Niederlage des WITs gegen die Langeweile / eine Neuerung im Dialog mit der Vernunft / „Euphues“ und „Philautus“, eine ungewöhnliche Freundschaft / Begegnung mit dem Laster „Fancy“ / Zweikampf / Reue / Heirat mit der Weisheit? – zur Verknüpfung der einzelnen Elemente – die Form der Allegorie – der Text als „Anatomie“
271 3.3.2 Welt- und Menschenbild
Gemeinsamkeiten mit der Tradition der Interludes: die Stellung der Figur im Konflikt zwischen Natur und Kultur – das natürliche „wit“ als Problem: Vernunftlosigkeit / parasitäres Leben / antisoziales Verhalten – Hauptursache: leidenschaftliche Liebe – zum Neoplatonismus des Textes
279 3.3.3 Soziale Bestimmungen
Humanismus und Adel, die Zielpublika des Textes – „Euphues'“ Adel – Kontrolle des „wits“ und der Leidenschaften als wesentlicher Bestandteil des vertretenen Identitätskonzepts – das Bildungsprogramm des Textes
285 3.3.4 Die Sprache des Textes und der Figur
Höfischer Bezug des Textes – Prägung durch den hohen Stil resp. den „Euphuismus“ – elokutionell: häufige und kombinierte Verwendung rhetorischer Figuren: Antithesen / copia / rhetorische Fragen / isokolon – Einstellungen zur Sprache: Beachtung des „decorums“ / Verbergen der Kunstfertigkeit / Funktion der Textrhetorik – Stilbildung und Sprache als Gestaltungsmittel der Figur „Euphues“
294 3.4 Imitationen, Varianten und Gegenentwürfe 294 3.4.1 Euphues and his England 294 3.4.1.1 Struktur und Figur
Verhältnis des Textes zu Euphues: The Anatomy of Wyt – Neuakzentuierung der Figurenkonstellation „Euphues“ & „Philautus“ – die Rezeption des Psychomachia bezogen auf den Handlungsverlauf und die Gestaltung von Tugend und Laster – die Allegorie des Textes
300 3.4.1.2 Welt- und Menschenbild
Begriff und Funktion der Natur im Text – Kontrolle des Willens anstelle der Beherrschung des „wits“ – Wut und Liebe als zu mäßigende Leidenschaften – Zurücknahme des Neoplatonismus
305 3.4.1.3 Soziale Bestimmungen
„Philautus“ als Hofmann – Liebe als Summe des höfischen Lebens und Ansätze zu dessen Reform
309 3.4.1.4 Die Sprache des Textes und der Figuren
Der Stil des Textes – Einstellungen zur Sprache: Verbergen der Kunstfertigkeit / rhetorische Funktion des Textes – elokutionelle Gestaltung – „Philautus'“ Sprache und die intendierte Stilbildung – die Funktion von „wit“ resp. „decorum“ in diesem Stilkonzept
314 3.4.2 „Simonides“
314 3.4.2.1 Struktur und Figur
Einordnung in die Untersuchung – Episodenstruktur des Textes: Rom / Einöde / Neapel (erster Bezug auf „Euphues“) / Schiffsreise nach Athen / Athen (Begegnung mit „Euphues“) / Schiffsreise nach England (ein Gespräch mit einem Philosophen) / Aufenthalt in England und Rückreise – Spuren eines Psychomachias im Handlungsverlauf und bei der Gestaltung der Figuren
323 3.4.2.2 Welt- und Menschenbild
Naturbegriff des Textes – Konflikt zwischen Bildung und Natur – „Simonides“ Verhältnis zu „Euphues“
328 3.4.2.3 Soziale Bestimmungen
„Simonides“ adlige Identität – die Kritik höfischen Lebens und ihre Figuration anhand „Simonides“ Rolle als Liebender – die Alternative des Textes
332 3.4.2.4 Die Sprache des Textes und der Figuren
Der Stil des Textes aus elokutioneller Perspektive im Vergleich zu Euphues: The Anatomy of Wyt -Stilkritik und Stilbildung
337 3.4.3 Texte von Robert Greene: Mamillia, Greenes Carde of Fancie, Ciceronis Amor, Greenes Groatsworth of Wit
337 3.4.3.1 Struktur und Figur
Mamilla: „Pharicles“, die Figur WIT als Laster – die Figur aus der satirischen Perspektive des Textes und ihre allegorische Funktion; Greenes Carde of Fancie: Robert Gree ne als „hack-writer“, ein Problem für die Textanalyse? – der Aufbau des Textes und die Rezeption des Psychomachia als Handlungsverlauf – das Verhältnis der Figuren zu Tugend und Laster – die Satire des Textes; Ciceronis Amor: Relevanz des Textes für die Untersuchung – eine Frage höfischer Konversationen als strukturierendes Element – Figurenkonstellation: WIT zwischen militärischer und ländlicher Einfachheit; Greenes, Groats-worth of Wit: Reue als Grundstruktur des Textes – Verhältnis von Textfi gur & Autorfigur – die Figur WIT als Laster und ihre Entwicklung
355 3.4.3.2 Welt- und Menschenbild
Mamilla: Natur als unveränderliches Sein – „wit“, die Natur „Pharicles“mangelnde Affektkontrolle als Problem, aber keine Problemlösung; Greenes Carde of Fancie: Aufwertung des Naturbegriffs und ein anderer Blick auf den Konflikt zwischen Natur und Kultur – „Gwydonius“ als WIT – Rezeption der Ansichten des medizinischen Diskurses zur Melancholie – das Verhältnis zur Melancholie als Mittel zur Figurengestaltung; Ciceronis Amor: Natur als Idylle und Ideal – ein positiver und ein negativer Liebesbegriff – „Fancy“ als Synonym für affektbestimmte Liebe und Schicksalsmacht – Stellenwert der Melancholie im Text; Greenes, Groats-worth of Wit: Lohnt sich moralisches Handeln? – „Robertos“ Narrheit im Vergleich zu seinem Bruder – dessen Liebe und „Robertos“ Leidenschaft fürs Theater
376 3.4.3.3 Soziale Bestimmungen
Mamilla: Kritik städtischen/höfischen Lebens – „Pharicles“ als Höfling, der sich scheinbar tugendhaft verhält – „Carpet Knight“, ein Mann, der von und für die Liebe lebt – „Pharicles“ als Italiener und junger Mensch; Greenes Carde of Fancie: ererbter Adel und die Notwendigkeit, edel zu sein – „Carpet Knight“, Liebe um jeden Preis – das Problem des sozialen Aufstiegs; Ciceronis Amor: „Tullies“ soziale Identität: Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Figur „Lentulus“ – Einfachheit als gesellschaftliches Ideal in Abgrenzung zum bäuerlichen Leben – das soziale Konfliktpotential der Liebe und ein Vorschlag zur Vermeidung der Gefahr – Jugend und das Problem der Kontrolle von Sexualität; Greenes, Groats-worth of Wit: „Gorinius“, ein „usurer“: der Stereotyp „Wucherer“ und seine Relevanz für die Gestaltung der Figur „Roberto“: Gegenbild und Konsequenz eines Lebensstils / sozialer Aufstieg mit allen Mitteln / Habsucht / Überschätzung irdischer Werte und darin inbegriffen, Atheismus / als Krankheit – Kritik des Schreibens für Theater als 'Wuchern'
394 3.4.3.4 Die Sprache des Textes und der Figuren
Mamilla: elokutionell: Anlehnungen an den Euphuismus – in Differenz dazu: Kunstlosigkeit als Programm / Stilbildung mittels Charakterbildung – „Pharicles“ als Gegenstand der Sprachkritik und die Satire des Textes – das Vorwort von Menaphon: Welcher Position hinsichtlich der Frage nach dem besten Stil wären Texte von Robert Greene zuzuordnen? / Kritik gegen den hohen und niedrigen Stil – Orientierung an Cicero – elokutionell ein mittlerer Stil, der sich als einfacher Stil inszeniert; Greenes Carde of Fancie: aus elokutioneller Perspektive liegt ein hoher Stil vor – dagegen das Ziel, „simple truth“ berichten zu wollen – sprachliche Gestaltung von „Valericus“ und „Gwydonius“ im Vergleich – Einfluss der Liebe resp. der Leidenschaften auf die Sprache der Figuren; Ciceronis Amor: moderate Verwendung rhetorischer Figuren – „unpoliert“ und „uneben“, das Selbstbild des Textes – Cicero als Ideal: philosophische Fundierung des Stils / Stilmischung / Musikalität / in Abgrenzung zu anderen Stilen / Orientierung an der forensischen Rhetorik; Greenes, Groats-worth of Wit: elokutionell, ein mittlerer Stil – Stilkritik durch die sprachliche Gestaltung von „Roberto“ und „Lucanio“
415 4 Die Figur WIT zu Beginn des 17. Jahrhunderts
415 4.1 Wissenschaft statt Dichtkunst
Gabriel Harveys Schriften als Dokumente eines wissenschaftlichen Umbruchs im Kontext der Rezeption von Peter Ramus – Welche Einstellungen folgen aus der Aneignung von Ramus? – Kritik des Sprachschmucks / Verachtung von Analogien / Wunsch nach Regelmäßigkeit und Kontrolle von Sprache – Zuspitzung der Position angesichts eines andauernden satirischen Schlagabtauschs (Marprelate-Kontroverse)
425 4.2 Positionen zur Dichtkunst und Rhetorik
Ben Jonsons Dicoveries als dichterische Position im Umbruch der Wissensordnungen – Grundlage: Kritik der Gegenwart als eisernes Zeitalter – Wertschätzung der mündlichen Sprache unter dem Eindruck der wachsenden Bedeutung visueller Erfahrungen und Erkenntnisse => Kanonisierung von Sprache – Neubewertung der Antike – veränderte Konzeption des Dichters (poet) als Leitbild des Verhaltens – Abgrenzung zur Rhetorik und ein Ansatz zu ihrer Reform: Ziele, Methoden, Zentralbegriffe
440 4.2.1 Plain Style
Problematik und Historizität der Forderung nach einem einfachen Stil – Abgrenzung des „plain styles“ gegen andere Stile und Textgattungen – die elocutio des „plain styles“: Verhältnis zur Bildlichkeit von Sprache, Bedeutung der Syntax (curt & loose style) – thematische Unbegrenztheit – Inszenierung des Text-Ichs
452 4.2.2 Briefe als Form des Dialoges
Dialog und Dialoge aus der Sicht der Discoveries, kein Gegenstand der Theoriebildung? – der Brief als Ideal dialogischer Kommunikation: Alltagssprache und Themen des Alltags als Standard / die Forderungen nach Verständlichkeit, Kürze, Einfachheit / Selbstinszenierung
460 4.3 Die City Comedies Thomas Middletons: A Mad World, my Masters und A Trick to Catch the Old-one
Das Genre City Comedy
463 4.3.1 Struktur und Figur
„Folly-wit“ und „Wit-good“, Typen des gewitzten Betrügers – als Repräsentanten von Laster und Tugend – ihre jeweilige Stellung und Funktion im Handlungsverlauf – Ver hältnis zu parallelen Handlungen – die Figuren als satyrische persona
485 4.3.2 Welt- und Menschenbild
„Folly-wit“ und „Wit-good“ im Konflikt zwischen Natur und Kultur – Unwillen und falsches moralisches Bewusstsein als Ursachen schlechten Verhaltens – die „humours“, das sorglose Einwilligen und Nichterkennen der eigenen Sündhaftigkeit als Hauptproblem
509 4.3.3 Soziale Bestimmungen
„Folly-wit“ & „Wit-good“, zwei ehemalige Adlige mit unterschiedlichen Zielen – als Mittel der Diskussion, wie soziale Identitäten hergestellt werden – die Jugend der Figuren – Verhältnis der Figuren zum Wuchern resp. zum Geld und zur Sexualität
528 4.3.4 Die Sprache des Textes und der Figuren
„Curt style“ und „loose style“, elokutionelle Varianten des „plain styles“: syntaktische Analyse und mögliche Funktionen – „curt style“ als vitia und „loose style“ als virtue des Stils – „Figuren“ der Stilkritik – Reflexion von Theater und Theaterspiel
549 5 Schluss
6 Bibliographie
6.1 Primärliteratur
6.2 Sekundärliteratur
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Diese Nachricht wurde redaktionell betreut von Jo Jonas. URL zur Zitation: http://www.theaterforschung.de/annotation.php4?ID=2101 Copyright by www.theaterforschung.de
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